Billigflieger Aer Lingus in der Krise

07.04.09

Der irische Billigflieger Aer Lingus ist von der Rezession in Irland hart getroffen. Die Passagierzahlen gehen immer weiter zurück. Daher nahm der bisherige Chef Dermot Mannion gestern seinen Hut.

Im März transportierte die Fluglinie nach eigenen Angaben mit 835.000 Passagieren sieben Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die internationale Wirtschaftskrise hat den Konzern hart getroffen, ein Gewinn vor Steuern wird für das laufende Geschäftsjahr ausgeschlossen.

Aer Lingus-Chef tritt zurück

Über zunehmende Verluste, einen dauerhaft niedrigen Aktienkurs und interne Spannungen erklärte der bisherige Chef Dermot Mannion gestern seinen Rücktritt, der als nicht ganz freiwillig gilt. Trösten dürfte ihn jedoch seine Abfindung von einer Millionen Euro. Mannion erklärte seine Entscheidung damit, dass er Platz machen wolle für neue Ideen.

Es werde zwar bereits nach einem Nachfolger gesucht, so Aer Lingus, doch Namen wurden nicht genannt. Bis ein neuer Geschäftsführer für die Fluggesellschaft gefunden ist, soll Chairman Colm Barrington einspringen.

Mannion, der seit 2005 die Geschäftsführung inne hatte, war zuletzt Anfang des Jahres in Kritik geraten. Damals war bekannt geworden, dass er im Falle einer Übernahme von Aer Lingus bis zu 2,8 Millionen Euro erhalte. Die Vertragsklausel wurde zwar gestrichen, doch Mannions Ruf galt als ruiniert.

In der Vergangenheit hatte er zwei Übernahme-Versuche durch Ryanair abgewehrt. Ryanair hatte argumentiert, Aer Lingus sei eine nicht wettbewerbsfähige und verlustreiche Fluggesellschaft. Tatsächlich ist das irische Unternehmen im vergangen Jahr durch hohe Ölpreise und die Rezession in die Miesen gerutscht.

  • Billigflüge nach Irland weiterhin möglich

    Trotz der Krise der irischen Billig-Fluggesellschaft verkehren weiterhin Billigflieger aus den europäischen Metropolen nach Dublin und Belfast. Es wird erwartet, dass mit dem Beginn der Sommersaison, die Zahlen der Fluggäste wieder deutlich steigen. Ob damit allerdings der Aktienkurs der Aer Lingus sich kurzfristig ebenfalls erholt, ist wegen der andauernden Finanzmarktkrise zu bezweifeln.