Altersvorsorge in Irland
Das eigene Häuschen - oder besser: das eigene Cottage - ist in Irland wichtiger Teil der Privatvorsorge für das Alter. Im Vergleich zu Deutschland besteht in Irland eine hohe Eigenheimquote und wer schon einmal durch Irland gereist ist, sieht an den „For Sale” Schildern, dass das Angebot an entsprechenden Immobilien groß ist.
Wer in Irland auf diese Weise für das Alter vorsorgen will, investiert frühzeitig in private Vorsorgemodelle, um die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu haben. Neben der Möglichkeit, eine Lebensversicherung abzuschließen, wird auch das Angebot betrieblicher Renten in Irland gerne genutzt.
Rentenversicherungspflicht für alle Iren
Das staatliche Altersruhegeld ist lediglich eine Grundversorgung: nur ein Drittel der irischen Sozialausgaben gehen in die staatlichen Renten (im EU Durchschnitt sind es 55 %). In Irland besteht eine Rentenversicherungspflicht für Berufstätige, auch für Selbstständige. Die Beitragshöhe wird progressiv nach dem Einkommen festgelegt und wird direkt von diesem abgezogen. Wer in Irland eine Arbeit aufnimmt, erhält eine Sozialversicherungs- bzw. Steuernummer, über die die Beiträge zur „Pay Related Social Insurance” (PRSI) abgeführt werden.
Die staatliche Rente wird in Irland an Personen ab dem 66. Lebensjahr gezahlt - ein späterer Renteneintritt ist auf Wunsch möglich - und wird in zwei Empfängergruppen unterteilt: Die unter 80 Jährigen und die über 80 Jährigen.
Private Vorsorge hat Tradition
Zu den staatlichen Sozialleistungen gehört auch eine Hinterbliebenenrente, die als einmaliges „Sterbegeld” im Anspruchsfall gezahlt wird. Auch hier kommt der privaten Ergänzung wie z.B. der Risikolebensversicherung eine große Bedeutung zu, ähnlich wie in Deutschland. Die private Vorsorge hat aber in Irland wie auch in Großbritannien eine längere Tradition aufgrund anderer historischer Entwicklungen. Schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gelten private Investitionen, z.B. in Aktien, als sinnvolle Altersvorsorge. Die fondsgebundenen Rentenversicherung in Großbritannien und Irland unterliegt dabei einem höheren Aktienanteil als vergleichbare Angebote aus Deutschland: Bis zu 80% des Anlagekapitals gehen in Aktien, während es in Deutschland im Durchschnitt 35% sind.
Strenge gesetzliche Auflagen beugen dabei einem Totalverlust des Anlagevermögens z.B. durch starke Kurseinbrüche oder durch schwierige Wirtschaftslage vor. „Smoothing” heißt das Prinzip, nach dem viele irische Versicherungsanbieter auf Aktienbasis arbeiten: Bei guter Wertentwicklung der Aktien wird ein Teil der Kursrenditen einbehalten, um Schwankungsverluste bei schlechter Kursentwicklung auszugleichen. Attraktive Bonuszahlungen an die Versicherten haben irische Privatvorsorge-Anbieter in den letzten Jahren auch für deutsche Kunden interessant gemacht.
Das irische Rentensystem zeigt also die Entwicklung auf, die auch das deutsche Rentensystem in den letzten Jahren genommen hat: Eine staatliche Grundversorgung aus Pflichtbeiträgen wird durch private Altersvorsorge ergänzt.
(Bildquelle: fyunkie)
Wer eine Risikolebensversicherung abschließen möchte, sollte die Anbieter genau vergleichen. Legal und General ist bei vielen unabhängigen Test Instituten auf Platz1 im Bereich "fondsgebundene Lebensversicherung".

