Anschlag auf britische Soldaten in Nordirland

09.03.09

Zwei britische Soldaten starben bei einem der der schwersten Anschläge seit dem Friedensabkommen von 1998.

„Real IRA” bekennt sich zu Anschlag

Eine Splittergruppe der IRA, die sich „Real IRA” nennt, bekannte sich zu dem Anschlag, bei dem vier weitere Menschen verletzt wurden. Am Sonntagabend habe nach Angaben der Journalistin Suzanne Breen ein junger Mann bei der Zeitung „Sunday Tribune” angerufen und sich im Namen der „Real IRA” zu dem Anschlag bekannt. Ihrer Auffassung nach, hielten die britischen Truppen Nordirland besetzt.

Der Anschlag ereignete sich in einer Kaserne nahe der Ortschaft Antrim. Medienberichten zufolge nahmen die beiden Opfer gerade eine Pizza-Bestellung entgegen, als sich die Terroristen in einem Auto näherten und das Feuer eröffneten. Dann sollen nach Angaben des irischen Fernsehsenders RTE die Angreifer aus dem Auto ausgestiegen sein und erneut auf die am Boden liegenden Opfer geschossen haben. Die beiden Soldaten waren Anfang 20 und sollten in Kürze nach Afghanistan fliegen. Unter den Verletzten befinden sich außerdem die zwei Pizza-Lieferanten.

Nordirlands Polizeichef hatte erst vergangen Woche gewarnt, dass die Gefahr durch pro-irische Dissidenten momentan besonders hoch sei. Daher waren Spezialkräfte der Armee in die Provinz geholt worden. Besonders nationalistische Politiker hatten sich über den Abzug von Spezialkräften aus Afghanistan und dem Irak verärgert gezeigt.

Politiker aller Parteien verurteilen Tat

Nun verurteilten sowohl britische als auch irische Politiker die Tat am Sonntagabend, stellten jedoch klar, dass dies die Friedensbemühungen nicht ins Wanken bringen könne. So erklärte der Präsident der nationalistischen Partei Sinn Fein, Gerry Adams, die Verantwortlichen wollten die neuesten Fortschritte im Nordirlandkonflikt zunichte machten. Sie hätten jedoch keine Unterstützung seiner nationalistischen Partei, die seit 2005 die stärkste Partei unter den katholischen Bewohnern Nordirlands ist. Auch die Regierung Nordirlands, Irlands und Großbritanniens sowie deren Opposition verurteilten die Tat.

Irland und Großbritannien hatten 1998 gemeinsam das Karfreitagsabkommen unterzeichnet. Damit war der Nordirlandkonflikt nach 30 Jahren beendet. In dem Konflikt zwischen der katholischen pro-irischen Separatistengruppe IRA und protestantisch pro-britischen Untergrundorganisationen waren mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen.