Bundeskanzlerin wirbt in Irland für EU-Vertrag
18.04.08
Bundeskanzlerin Angela Merkel reiste wie zuvor angekündigt nach Irland, um für ein Ja bei dem anstehenden Referendum zum EU-Vertrag zu werben. Noch immer wissen zwei Drittel der Iren nicht, wie sie abstimmen werden.
Am Montagabend sagte die Kanzlerin in Dublin: „Ich bin heute hier, um dafür zu werben, dass das irische Volk dem Vertrag zustimmt”. Der Vertrag von Lissabon mache die EU handlungsfähiger und bringe allen Vorteile, selbst Skeptikern. “Es wird keinen Superstaat Europa geben”, so Merkel. Damit sprach sie die Angst vieler Iren an, durch den Vertrag Teile ihrer Unabhängigkeit zu verlieren.
Die Bundeskanzlerin sagte weiterhin, sie wolle alles daran setzen, die Regierung bei der Überzeugung des irischen Volkes unterstützen. Lehnen die Iren den Vertrag ab, muss er komplett neu verhandelt werden. Auch Ahern warb für die Zustimmung: „Der Reformvertrag ist gut für Europa und gut für Irland.” Die Abstimmung ist für den 12. Juni geplant, ein Monat nach Aherns angekündigtem Rücktritt.
Bei ihrem ersten offiziellen Besuch der Republik Irland hob die Bundeskanzlerin besonders die guten Beziehungen zwischen beiden Ländern und das Wirtschaftswachstum des „keltischen Tigers” hervor. „Da müssen wir Deutschen uns noch ein bisschen anstrengen”, so Merkel.

