Den falschen Blarney-Stein geküsst?

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25.03.08

Um Sprachgewandtheit zu erlangen, soll man der Legende nach einen bestimmten Stein in der Mauer des riesigen Wehrturms des Blarney Castles küssen. Der Schicksalsstein gehört daher zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Irlands und wird jährlich von Zehntausenden geküsst. Nun behaupten Archäologen, dass sie alle den falschen Brocken liebkost hätten.

Der Archäologe Mark Samuel und die Historikerin Kate Hamlyn sind der Meinung, der zur Zeit geküsste Blarney-Stein sei erst ab 1888 genommen worden, da dieser für die Besucher sicherer zu erreichen ist. Um den vorherigen, eigentlichen Wunderstein zu küssen, hätten die Besucher die Schlossmauer hinunter an den Fußgelenken gehalten werden müssen - zu viel Risiko, um die „gift of the gab”, die Gabe der Beredsamkeit, zu erlangen. An den heutigen Stein kommen die Touristen auf den Rücken liegend, zur Sicherheit können sie sich an einem Eisengeländer festhalten.

Doch der der Marketing-Manager des Blarney Castle, John Hogarty, bestreitet die Theorie. Die jährlich 4.0 Touristen hätten nicht den falschen Stein geküsst, der in der Festungsmauer verarbeitete Stein sei wirklich ein Teil des „Stone of Scone”, auf dem einst der König von Schottland gekrönt wurde. König Robert von Schottland habe das Stück Stein dem irischen König Cormac MacCarthy geschenkt, als Dank für dessen Unterstützung in der Schlacht von Bannockburn 1314.

Die Schlossverwaltung verweist außerdem auf einige berühmte Küsser: So hätten der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill und der schottische Comedian Billy Connolly ihre Beredsamkeit durch den Blarney-Stein erlangt.

(Bildquelle: brosner)


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