Dublin – Kultureller Mittelpunkt Irlands

Christ Church CathedralDie beeindruckende Christ Church Cathedral.

Das an der Ostküste Irlands liegende Dublin ist die Hauptstadt der Republik und mit knapp einer Millionen Einwohnern auch die größte Stadt der Insel. In der näheren Umgebung Dublins lebt fast ein Drittel der Bevölkerung Irlands.

In den letzten zehn Jahren hat Dublin seinen Provinz-Charakter verloren und ist zu einer europäischen Hauptstadt geworden. Dies ist vor allem der jungen Generation und deren Reformeifer zu verdanken, denn 50% der Einwohner sind jünger als 25 Jahre. Dies zeigt sich auch in den vielen Clubs, Pubs und Restaurants. Dublin bietet ein pulsierendes Leben, das auch Touristen anzieht.

Dublins Sehenswürdigkeiten

Doch obwohl es sich um eine europäische Metropole handelt, ist das Stadtzentrum überschaubar und gut zu Fuß zu erkunden. Dabei gehört sicherlich ein Abstecher zum Guiness Storehouse zum Pflichtprogramm. Zwar ist der Eintritt mit 16,50 € nicht ganz billig, dafür erfährt man alles rund um das irische Nationalgetränk und kann es am Ende bei einem herrlichen Blick über die Stadt selbst probieren.

Weiterhin sehenswert ist das Dublin Castle, das als ein Herzstück irischer Geschichte gilt. Auch Dublins ältestes Gebäude, die Christ Church Cathedral, ist einen Besuch wert. Auf gar keinen Fall missen darf man das berühmte Trinity College, wobei man sich Zeit für einen Spaziergang über den Campus nehmen und sich unbedingt das Book of Kells anschauen sollte, eines der schönsten Bücher der Welt, das sich in einer der schönsten Bibliotheken der Welt befindet.

Einkaufen und Entspannen in Dublins Zentrum

Zum Shoppen eignen sich die Grafton Street und die etwas günstigere Henry Street bestens. Viele schöne Bücherläden finden sich in der Dawson Street.

Entspannen kann man im Phoenix Park, der als einer der schönsten der Welt gilt. Sogar freilaufende Rehe gibt es hier zu entdecken. Stephen’s Green, ein Park direkt im Stadtzentrum, bietet die Möglichkeit einer kurzen Pause vom Gewimmel in den Straßen.

Ein Pint kann man dann abends gemütlich in einem der traditionellen Pubs in Temple Bar, einem sehr schönen, wenn auch recht touristischen Viertel Dublins, trinken.

 

Sehenswürdigkeiten im Detail

 

Guiness Storehouse

Irlands bekanntester Exportschlager ist sicherlich das Guiness-Bier, um das man in Dublin natürlich nicht herumkommt. Arthur Guiness unterschrieb 1759 für das Grundstück am St. James`s Gate 8, nur circa 15 Minuten vom Stadtkern entfernt, einen Pachtvertrag über 9000 Jahre. Ziemlich optimistisch, aber der Erfolg gibt ihm recht – bis heute wird das mittlerweile weltbekannte Stout dort gebraut. Das Guiness Storehouse ist eine hochfrequentierte Attraktion und gilt bei den meisten Dublin-Besuchern als ein Muss, wobei dies vor allem die an der Geschichte und der Herstellung des Guiness interessierten Besucher meint. Diese erfahren in liebevoll restaurierter Umgebung und multimedialer Aufbereitung eine Menge über die Geschichte und die Herstellung des dunklen Bieres, über Werbemaßnahmen und – Hätten Sie es gewusst? – die Geschichte der hauseigenen Transportmittel inklusive eigener Straßenbahn. Zudem kann der legendäre Pachtvertrag eingesehen werden und Besucher können sich neben einem leckeren Pint am Ende auf einen traumhaften Blick über Dublin freuen, denn die Besichtigungstouren enden stets in der Skybar.
In Juli und August gibt es zusätzlich die Möglichkeit in kurzen Abendkursen zu lernen, wie man das perfekte Pint zapft und verkostet, außerdem kann man den Master Brewer persönlich kennenlernen.

Bei aller herzerwärmenden Nostalgie – heute wird Guiness längst nicht mehr nur in Dublin, sondern weltweit in zahlreichen Ländern mit jeweils angepasster Rezeptur hergestellt. Die Geschmäcker sind eben verschieden. Die Marke Guiness ist mittlerweile Teil des in London sitzenden britischen Getränkekonzerns Diageo.

Guiness Storehouse
St. James`s Gate 8, Dublin
www.guinness-storehouse.com

Öffnungszeiten: Täglich von 9.30 – 17.00 Uhr, im Sommer bis 20.00 Uhr (geschlossen an diversen Feiertagen)

 

Temple Bar Viertel (Barra an Teampaill)

Das Temple Bar Viertel ist zu Recht einer der touristischen Höhepunkte eines Dublin-Besuches. Dieses bunte Viertel beheimatete ehedem Unmengen an Gestalten recht zweifelhaften Rufes, so dass es in den 1980er Jahren eigentlich einem Busbahnhof weichen sollte. Glücklicherweise und unter anderem mit freundlicher finanzieller Unterstützung der EU wurde das Viertel in den 1990ern stattdessen renoviert und avancierte in den letzten Jahren zu einem absoluten In-Viertel und Touristen-Magneten.

Tagsüber geht es in Temple Bar noch recht beschaulich zu. Man schlendert durch enge Kopfsteinpflasterstraßen, schaut in das ein oder andere Souvenirgeschäft und bewundert die „Wall of Fame“ der irischen Musikszene. Kulturinteressierte stöbern in Antiquariaten und Plattenläden, besuchen kleine Galerien oder Ateliers. Wochenmärkte bieten frische Lebensmittel und Feinkost, gerne in Bio-Qualität. In  gemütlichen Bistros und Cafés kann man sich nach einem Besuch in der „Gallery of Photography“ zurücklehnen und – vorausgesetzt das Wetter spielt mit – den zahlreichen Straßenmusikern lauschen, ehe sich das Viertel dann später am Tage in eine Vergnügungsmeile verwandelt: Bars, Pubs, Restaurants und Clubs wohin man schaut. Daher gilt Temple Bar nicht nur als Kultur- sondern gleichzeitig als die Vergnügungsmeile Dublins, auch wenn man hier vor allem internationales Publikum antrifft. Dabei gibt es jede Menge Live-Musik und immer wieder auch größere Konzerte. Einmal im Jahr kommen beispielsweise viele namhafte Künstlerinnen und Künstler aus ganz Irland beim „Temple Bar Trad Festival“ zusammen, ein absoluter kultureller Höhepunkt Irlands.

Die touristische Attraktivität Temple Bars schlägt sich auf der einen Seite natürlich in der Hoteldichte, auf der anderen Seite leider auch in den Preisen und häufig auch der Qualität der angebotenen Speisen nieder. Ach übrigens: Wer es nachts gerne ruhig hat, sollte lieber auf ein anderes Viertel ausweichen.

 

Dublin Castle (Caisleán Bhaile Átha Cliath)

Ein geschichtsträchtiger Ort, dieses Dublin Castle, dessen Ursprünge bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen. Hier, in der heutigen Dame Steet mitten in der Altstadt, stand schon damals eine Festung, die dann um 1170 von den Normannen erobert wurde. Ab 1204 ließ King John, auch der König Ohneland genannt, die Festung zu einer imposanten Burg ausbauen. Aus dieser Zeit ist heute mehr oder weniger nur noch der imposante Record Tower erhalten geblieben.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Burgkomplex extrem gewandelt, vor allem aufgrund eines Brandes im Jahre 1684. Die Burg wurde dabei zu großen Teilen zerstört und danach – dem Zeitgeist entsprechend – im Stile eines Schlosses neu errichtet.
Dublin Castle war bis 1922 – dem Jahr der irischen Unabhängigkeit – stets der Herrschaftssitz britischer Staatsoberhäupter und bildete häufig den prunkvollen Rahmen für Staatsgeschäfte. In der St. Patrick`s Hall, einem der sogenannten State Apartments, feierte 1897 Königin Victoria ihren 60. Geburtstag, 1998 fanden hier Teile der Nordirland-Friedensgespräche statt und 2011 richtete man ein Bankett zu Ehren Königin Elizabeths II. aus. Bis heute gibt es in diesem Ballsaal Staatsempfänge und auch die Vereidigung der Präsidenten wird hier vorgenommen. Und die St. Patrick`s Hall ist nur ein Beispiel für die teils enorm beeindruckenden Repräsentationsräume der Burg, von denen einige während einer etwa 45-minütigen Führung besichtigt werden können. Diese schließt zudem die Besichtigung der Undercrofts unter dem Schloss ein, wo sich die alten Fundamente und der ehemalige Pulverturm befinden. 

Direkt neben dem Schloss: Der kleine Dubh Linn Garden. „Dubh Linn“ bedeutet übersetzt „schwarzer Tümpel“ und der Garten liegt in etwa dort, wo früher der Fluss Dodder ein natürliches Wasserbecken bildete, ehe er in den Fluss Liffey mündete. So erhielt das heutige Dublin seinen Namen. Die Wikinger nutzten diese Stelle, um ihre Boote zu befestigen und siedelten sich gleich daneben an.
Der Garten wird von Touristen eher weniger frequentiert, dafür genießen hier an freundlichen Tagen die Angestellten aus den umliegenden Büros ihre Mittagspause.

Dublin Castle
Dame Street
Dublin 2, City Centre
www.dublincastle.ie

 

Christ Church Cathedral

Bereits 1038 stand an dem Ort, an dem heute die steinerne Christ Church Cathedral erstrahlt, eine hölzerne Kirche. Errichtet wurde sie von den damals hier siedelnden Wikingern. 1172 bis 1240 wurde der Bau der Steinkirche, die auch Cathedral of the Most Holy Trinity genannt wird, von dem zweiten Earl of Pembroke, Richard de Clare, und dem Erzbischof Laurence O`Toole in Auftrag gegeben und begleitet. Aufgrund von umfangreichen Sanierungsarbeiten zum Beispiel ab 1871 und später ab 1980 ist es heute teilweise unmöglich zu bestimmen, welche Teile noch aus dieser Zeit stammen.

Ganz in der Nähe des Temple Bar Viertels gelegen war die Kathedrale im Mittelalter eine bekannte Pilgerstätte und bildet bis heute den Sitz der Dubliner Erzbischöfe. Besonders verehrt wurde das Herz des heiligen Laurence O`Toole, das in einem hölzernen Behältnis verschlossen in einem metallenen Käfig aufbewahrt wurde. 2012 wurde diese Reliquie allerdings unter mysteriösen Umständen entwendet. Es fanden sich keinerlei Einbruchsspuren und es fehlte nur das Herz – andere Reliquien von teils hohem finanziellen Wert wurden zurückgelassen.

Ein interessantes Kuriosum sind außerdem die zu besichtigende mumifizierte Katze und eine ebensolche Ratte, die seinerzeit in eine der Orgelpfeifen gefallen waren und vor circa 150 Jahren dort entdeckt wurden.

Wem dann der Appetit noch nicht vergangen ist, der kann gleich im kathedraleneigenen Café Sandwiches oder Kuchen bestellen.

Christ Church Cathedral
Christchurch Place
Dublin 8
www.christchurchdublin.ie

 

Trinity College & Book of Kells

Ein Besuchermagnet ist das Trinity College, Irlands älteste Universität. Mitten in der Innenstadt, gegenüber dem einstigen Irish House of Parliament gelegen, dominiert das 190.000 Quadratmeter große Gelände das Stadtbild und auch wenn von den Originalgebäuden nichts mehr übrig ist, lohnt eine Besichtigung allemal. Als die Universität 1592 von Königin Elisabeth I. für protestantische Studenten gegründet wurde, hieß sie noch “College of the Holy and Undivided Trinity of Queen Elizabeth near Dublin“, da es ursprünglich außerhalb der Stadtmauern lag. Im Laufe der langen Geschichte des Hauses studierten hier – neben vielen anderen – keine geringeren als zum Beispiel Samuel Beckett, Chris de Burgh, Bram Stoker oder Oscar Wilde. Die Statuen von Edmund Burke und Oliver Goldsmith – ebenfalls berühmte ehemalige Studenten des Trinity College – begrüßen den von College Green aus kommenden Besucher gleich am Eingang. Direkt dahinter eröffnet sich der Blick auf den „Parliament Square“ und den fast 30 Meter hohen Glockenturm – „Campanile“ – der im Jahre 1853 von Sir Charles Lanyon erbaut wurde. Beide prägen das Bild Dublins in hohem Maße, was sicher auch damit zu tun hat, dass fast kein Reiseführer auf ihre Abbildung verzichten mag.

Die Hauptattraktion des College ist jedoch die „Old Library“. Diese Bibliothek beherbergt etwa 4,5 Millionen Bücher und große Bestände von Manuskripten, alten Drucken und historischen Handschriften. Doch vor allem birgt sie Irlands nationales Heiligtum, das aufwändig verzierte und detailreich gestaltete „Book of Kells“, das Buch der Kelten. Um 800 nach Christus entstanden, handelt es sich hierbei um eines der weltweit bedeutendsten mittelalterlichen Schriftwerke und das am besten erhaltene Zeugnis irischer Buchmalerei jener Zeit. Selbstverständlich gebührt diesem Buch ein prominenter Platz in der „Old Library“ und jeden Tag wird eine Seite des „Book of Kells“ umgeschlagen.

Natürlich hat das Trinity College weitere interessante Facetten zu bieten: Die 1798 errichtete Kapelle, Irlands älteste Harfe, die Prüfungshalle oder der kleinste Friedhof Dublins sind nur einige der Sehenswürdigkeiten, die das Gelände beherbergt. Die Grünanlagen des College bieten zudem eine willkommene Abwechslung zum hektischen Treiben des Dubliner Stadtzentrums. Hier kann man auch einfach mal eine kleine Pause einlegen…

Trinitiy College
College Green
Dublin 2, City Centre
www.tcd.ie

 

St. Patrick’s Cathedral (Ard-Eaglais Naomh Pádraig)

Nur unweit der Christ Church Cathedral in der Patrick Street befindet sich die berühmte St. Patrick`s Kathedrale. Ihre lange Geschichte reicht zurück bis ins 5. Jahrhundert nach Christus. Damals soll St. Patrick selbst hier bekehrte Gläubige mit dem Wasser aus einer nahegelegenen Quelle getauft haben. Schriftlich erwähnt wird eine Kirche an diesem Ort allerdings erstmals in Dokumenten, die auf das Jahr 890 nach Christus datieren. 1191 ließ der damalige Erzbischof Comyn dann auf diesem Gelände eine steinerne Kirche errichten, die in den folgenden Jahren fortwährend erweitert und umgebaut wurde. Zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt zwischen 1212 und 1223 erlangte die Kirche den Status einer Kathedrale. Es folgte eine bewegte Geschichte, ins 19. Jahrhundert hinein verfiel sie jedoch zunehmend und wurde erst in den 1860er Jahren – vor allem mit umfangreicher finanzieller Hilfe von Sir Benjamin Lee Guinness höchstselbst – restauriert. Gedankt wurde es ihm mit einer Statue seiner Person, die sich gleich vor dem Haupteingang befindet.

Und einsam ist Sir Guinness hier sicher nicht. Zu bewundern sind unzählige weitere Statuen, Grabstätten, Exponate und die Dauerausstellung „Living Stones“. Sie alle zeugen von der bewegten Historie Irlands sowie der St. Patrick`s Kathedrale und bergen spannende Geschichten. Geschichten von Schriftstellern und Barden, von Kirchenmännern und Schiffsunglücken. Und welche Geschichte verbirgt sich hinter der Tür mit dem Loch? Glücklicherweise kann man sich diese Geschichten erzählen lassen, ganz einfach indem man an der Führung teilnimmt, die bereits im Eintrittspreis inbegriffen ist.

St. Patrick`s Cathedral
Patrick Street
Dublin 8, City Centre
www.stpatrickscathedral.ie


8 Reaktionen zu “Dublin – Kultureller Mittelpunkt Irlands”

  1. mondgras.de » Zum Greifen nah…und dennoch erstmal Träumen

    [...] wollen für diese Reise die Hauptstadt Dublin anvisieren, weil wir doch erstmal vor allem erleben und sehen wollen. Ich kann mir gut vorstellen, [...]

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