Explodierende Mietpreise und Wohnungsnot in Irland

07.02.2014
Angesichts steigender Mietpreise fordert die irische Ministerin für Wohnungsbau der Labour Partei, Jan O`Sullivan, die Einführung einer Mietpreisbremse.

Seit einem Rechtsstreit im Jahre 1986 gibt es in Irland keinerlei Instrumente zur Kontrolle von Mietpreisen. Dabei ist es in anderen Ländern durchaus üblich, Mietpreissteigerungen zu reglementieren oder eine Höchstgrenze für Mietpreise festzulegen. Allerdings weisen verschiedene ökonomische Studien der letzen Jahre darauf hin, dass die Einführung einer Mietpreisbremse eher das Angebot limitieren und damit das Problem in Irland nur verstärken würde.
Es besteht derzeit ein deutliches Unterangebot auf dem irischen Wohnungsmarkt. In Dublin zum Beispiel fehlen monatlich mehr als 1000 Wohneinheiten, um den Bedarf zu decken und damit auch die Mietpreise zu stabilisieren.

Fehlende Wohnungsbaupolitik in Irland
Diesem Mangel an Wohnraum kann jedoch nicht, so wie von O`Sullivan gefordert, durch eine Mietpreisbremse oder die Einführung von Wartelisten entgegengewirkt werden. Was wirklich fehlt ist eine klare Wohnungsbaupolitik, die den gesamten Wohnungsbausektor, ob nun öffentlich oder privat, steuert. Zurzeit existiert jedoch lediglich das Housing Policy Statement, die Erklärung zur Wohnungsbaupolitik – ein gerade mal vier Seiten langes Dokument, das zwar Erklärung heißt, jedoch derzeit das einzig bestehende Konzept der irischen Wohnungsbaupolitik darstellt. Die Erklärung bleibt allgemein, resümiert vergangene Fehler und enthält lediglich Absichtserklärungen, aber keine konkreten Handlungsvorschläge. Dies Wohnungsbaupolitik zu nennen wäre ziemlich schmeichelhaft. Denn die Förderung des Wohnungsbaus ist ein kleinschrittiger und komplexer Prozess und somit muss auch die Wohnungsbaupolitik kleinschrittig und komplex sein.

Koordinierte Arbeit von Ministerien notwendig
Eine Wohnungsbaupolitik für Irland müsste nicht nur das Ministerium für Wohnungsbau, sondern auch das übergeordnete Ministerium für Umweltschutz, Gemeinschaft und kommunale Verwaltung einbeziehen. Die Arbeit sollte darüber hinaus mit diversen anderen Ministerien koordiniert werden, zum Beispiel dem Finanzministerium, dem Ministerium für Arbeit, Unternehmen und Innovation oder dem Ministerium für Soziale Angelegenheiten. Nur so kann eine kohärente Wohnungsbaupolitik initiiert und dem derzeitigen Unterangebot auf dem Wohnungsmarkt entgegengewirkt werden.


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