Filme über Irland: Im Namen des Vaters

Der irische Regisseur Jim Sheridan verfilmte 1993 mit „Im Namen des Vaters“ die Ereignisse rund um die drei Nordiren Gerard Conlon, Paul Michael Hill und Patrick Armstrong sowie die Engländerin Carole Richardson, die sogenannten Guildford Four, die 1975 fälschlicherweise als Terroristen verurteilt worden waren. Der Film basiert auf der von Gerard Conlon verfassten Autobiographie „Proved Innocent“, die im Jahre 1990 veröffentlicht wurde.

Handlung

In den 70er Jahren gerät der Kleinkriminelle Gerry Conlon, gespielt von Daniel Day-Lewis, durch unglückliche Umstände zeitgleich ins Visier von Polizei und IRA. Um ihn zu schützen, schickt ihn sein Vater Guiseppe Conlon (Pete Postlethwaite) nach London. Auf der Reise dorthin trifft Gerry seinen alten Freund Paul Hill. Zusammen ziehen sie zunächst in eine Hippie-Kommune, wo sie unter anderem Paddy Armstrong und Carol Richardson kennenlernen. Als es dann in England zu einer Reihe von terroristischen Anschlägen kommt, geraten die „Guildford Four“ sowie sieben weitere, ihnen nahestehende Personen in Verdacht und werden festgenommen. In Gewahrsam werden sie unter Folter zu Geständnissen gezwungen und schließlich verurteilt. Beweise für ihre Unschuld vertuschen die Behörden. Erst 15 Jahre nach dem ersten Prozess gelingt es mithilfe der Anwältin Gareth Pierce (Emma Thompson), den Fall neu aufzurollen.

Historischer Hintergrund

Die infolge der Anschläge insbesondere durch die mediale Berichterstattung angeheizte anti-irische Stimmung in England führte zu einem eilig erlassenen Antiterrorgesetz, dem „Prevention of Terrorism Act“, der die Freizügigkeit innerhalb des Vereinigten Königreiches einschränkte und es den Behörden ermöglichte, Personen auch ohne zwingende Beweise festzunehmen und ohne Haftbefehl bis zu sieben Tage festzuhalten. Aufgrund dessen waren die Festnahme und die Verhöre der Guildford Four durch die britische Polizei in dieser Form überhaupt erst möglich.

Später verklagte die Republik Irland das Vereinigte Königreich wegen deren fragwürdigen Verhörmethoden  vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der ehemalige britische Premierminister Toni Blair entschuldigte sich 2005 öffentlich bei den Guildford Four und ihren Familienangehörigen.

Kritik und Auszeichnungen

Kritiker waren von Jim Sheridans „Im Namen des Vaters“ durchweg begeistert. Er wurde für insgesamt sieben Oscars nominiert, darunter als bester Film, für den besten Hauptdarsteller und die beste Regie, ging bei der Verleihung jedoch leer aus. 1994 gewann er auf der Berlinale den goldenen Bären.


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