Geschichte

Schon seit dem Altertum ist die Herstellung alkoholischer Getränke bekannt. Bierbrauen war vermutlich schon 5000 v.Chr. bekannt, doch erst ca. 800 v.Chr. wird erstmals die Destillation zur Herstellung von Arrak (Palmweindestillat) erwähnt. Es dauerte mehrere hundert Jahre bis von Destillation gesprochen werden kann. Ca. 432 n.Chr. wird St. Patrick, der Schutzpatron Irlands, mit der Destillation in Verbindung gebracht. Wahrscheinlich hatte er als Mönch auf seinen Reisen Kontakt zur Kunst der Destillation erhalten und diese dann nach Europa gebracht.

Fast 1000 Jahre dauerte es bis zur ersten Erwähnung vom Wasser des Lebens: 1494 wird in der Exchequer Roll (Steuertabelle) ein Eintrag vermerkt, der dem Mönchsbruder John Cor erlaubt, acht Bushel (Hohlmaß; entspricht 36,4l) Gerste zur Herstellung von aqua vitae für den König herzustellen.

Der Siegeszug des Irish Whiskey beginnt

Schon im Jahre 1494 gibt es erste Hinweise darauf, dass in dem kleinen Dorf Bushmill Whiskey gebrannt wurde. Später, im Jahre 1608, wurde dort die erste gewerbliche Destillerie gegründet.

Das Whiskeybrennen war in Irland und in Schottland besteuert, jedoch kümmerte sich die Landbevölkerung darum wenig. Erst nachdem der Staat Steuereintreiber auf das Land schickte, konnte das Schwarzbrennen eingeschränkt werden. Im Jahre 1823 wurde ein neuer Act of Excise beschlossen, welcher das Brennen von Whiskey gegen eine Gebühr von 10 Pfund plus eines festen Steuerbetrags pro Gallone Whiskey gestattete.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts florierte die irische Whiskeyindustrie. Jedoch machten Krisen wie der Unabhängigkeitskrieg gegen England, der erste Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise, der irischen Whiskeyindustrie schwer zu schaffen.

Der Erfolg hörte erst auf, als die Vereinigten Staaten im Jahre 1919 die Prohibition verabschiedeten, durch die nahezu alle irischen Whiskey-Brennereien schließen mussten. Schwarzhändler begannen, schlechten Schnaps unter dem Namen Irish Whiskey zu verkaufen und zerstörten damit den guten Ruf des Irischen Whiskeys.

Niedergang und Neubeginn

Der zweite Weltkrieg zerstörte endgültig die letzte Hoffnung auf eine Auferstehung der irischen Whiskeytradition. Das Whiskeygewerbe war am Tiefpunkt. Wie konnte man nun die Legende des irischen Whiskeys wieder zum Leben zu erwecken?

Gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch rund 2000 Schnapsbrennereien, so schrumpfte die Zahl der Brennereien im Jahre 1950 auf nur noch fünf. Die Produktionstechniken waren veraltet und konnten in keinster Weise mit denen der anderen Whiskeynationen wie Schottland, Kanada oder die USA mithalten.

Um nicht völlig in Vergessenheit zu geraten, schlossen sich 1966 die verblieben Destillerien (später auch Old Bushmills genannt) zu den “Irish Distillers” zusammen. Heute werden alle irischen Whiskeys unter einem großen Firmendach hergestellt. Neben der modernen Produktionsstätte in Midleton, County Cork im Süden der Republik, produziert heute nur noch Bushmills in Ulster.

1988 wurde “Irish Distillers” von “Pernot Ricard”, einem französischen Spirituosenkonzern aus Paris, übernommen. Daraufhin schlossen sich einige irische Unternehmer zusammen und nahmen in alten Brennereien die Produktion wieder auf.