Ire holt Gold bei den Paralympics

11.09.08

Eine leise Ahnung hatte Michael McKillop, dass er aus dem Vogelnest-Stadion in Beijing mit einer Goldmedaille zurückkehren würde. Aber daran, dass er seinen eigenen, vor zwei Jahren ausgestellten Weltrekord brechen könnte, hatte er nicht gedacht.

Der 18-jährige Student aus Glegormley im nordirischen County Antrim hat gestern die erste Goldmedaille für Irland bei den diesjährigen Paralympics geholt. Beim 800 Meter-Rennen konnte er seinen eigenen Weltrekord von 2006 um 2,74 Sekunden unterbieten, als er mit einer Zeit von 1:59.39 ins Ziel lief. McKillop sagte nach seinem Sieg, er habe gar nicht gemerkt, dass er das Rennen gewonnen habe, bis er nach Überqueren der Ziellinie auf die große Tafel geschaut habe, auf der nur sein Name gestanden hätte. Dann hätte er die irischen Flaggen überall im Stadium gesehen und sei noch eine Extrarunde gelaufen. Die Atmosphäre im Stadion sei elektrisierend gewesen.

McKillop bedankte sich bei seinem Vater und Trainer, der ihn physisch und emotional auf das größte Rennen seiner Karriere vorbereitet habe. Er selbst sei sich zuvor schon relativ sicher gewesen, am gestrigen Tag sein bestens geben zu können: „Alles ist an diesem Tag richtig gelaufen”.

John Fulham, Sprecher des Paralympic Council of Ireland, sagte McKillops Erfolg sei “phänomenal”. Auch die Präsidentin von Irland Mary McAleese sprach dem jungen Athleten ihre Glückwünsche aus.

McKillop leidet an einer milden Form von infantiler Zerebralparese, worunter man Bewegungsstörungen versteht, die durch eine frühkindliche Hirnschädigung verursacht sind.