Iren trinken weniger

Guinness

02.10.08

Eine Analyse der Getränkeindustrie ergab: Der Alkoholkonsum der Iren ist drastisch gesunken.

In den ersten acht Monaten diesen Jahres sollen die Alkoholverkaufszahlen um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sein. Der Vorsitzende der Drinks Industry Group of Ireland (DIGI) Michael Patten gab dabei an, dass auf der Grundlage dieser Daten, dass ein weiterer Rückgang auf 8 Prozent oder mehr für dieses Jahr zu erwarten sei.

Betroffen seien sowohl die Umsätze in Pubs und Restaurants, als auch in Supermärkten und so genannten Off-Licence-Shops. Die Getränkeindustrie befinde sich durch die schwächelnde Wirtschaft und die höheren Kosten unter großem Druck, so Patten.

1500 Pubs seit 2001 geschlossen

Zudem gab heute die Licensed Vintners Association bekannt, dass in den letzten sieben Jahren etwa 1500 Pubs in Irland schließen mussten. Die neue Vorliebe der Iren, Zuhause statt im Pub zu trinken oder gar weniger zu trinken wurde als Grund genannt. Hauptschuld würden jedoch die hohen Steuern auf alkoholische Getränke tragen, die die höchsten in ganz Europa seien.

Verbot für Alkohol-Werbung?

Gleichzeitig setzt sich das Irish College of Psychiatrists für ein generelles Verbot von Werbung für alkoholische Getränke ein. Das College sagt, es sei falsch davon auszugehen, dass Selbstregulation in diesem Gebiet funktionieren würde. Der Alkoholmissbrauch sei in den letzten fünfzehn Jahren um 40 Prozent gestiegen. Auch wird kritisiert, dass Sportveranstaltungen oftmals von Anbieter alkoholischer Getränken gesponsert werden.

DIGI  behauptet jedoch, diese Angaben basierten auf veralteten Daten. Zudem gäbe es keine nachgewiesene Verbindung zwischen Alkohol-Werbung und Alkohol-Missbrauch.

Traditionell gehört für viele Iren ein Pint Guinness im Pub zum Feierabend dazu. Der Pub dient aber nicht nur zum Trinken, auch soziale Kontakte werden hier gepflegt.

(Bildquelle: John Picken)