Irland bereitet Ausstieg aus dem EU-Rettungsschirm vor

13.12.2012
Irland machte sich in den letzten Monaten einen Namen als „Musterschüler“  in Sachen Sparpolitik. Sah es 2010, als die Iren als erster europäischer Staat unter den Europäischen Rettungsschirm schlüpfen mussten, noch wenig rosig für die Wirtschaft aus, hat sich diese zuletzt deutlich erholt und kann nun wieder schwarze Zahlen verbuchen. Bemerkbar macht sich das vor allem in einem boomenden Dienstleistungssektor und einer tendenziell sinkenden Arbeitslosenquote, die derzeit bei 14,6 Prozent liegt.

Überwindung der Krise durch neues Sparpaket
So positiv die konjunkturelle Entwicklung der grünen Insel zu bewerten ist – endgültig überwunden ist die Krise noch nicht. Momentan agiert Irland nur sehr eingeschränkt am öffentlichen Kapitalmarkt und wird größtenteils von dem 85 Milliarden schweren Rettungspaket seitens EU, EZB und IWF gestützt. Ein neues Sparpaket, das aus einem Mix aus Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen besteht, soll nun gewährleisten, dass Irland bis zum Auslaufen der Hilfsgelder Ende 2013, wieder auf eigenen Füßen stehen kann.

Wo wird gespart, wer muss mehr zahlen?
Zu den Neueungen des Pakets gehört eine Anhebung der Steuern für Renten über 60.000 Euro, vermehrte Abgaben für den Kauf von Zigaretten und Alkohol und die Einführung einer Immobiliensteuer. Bei den Staatsausgaben will die Regierung Kürzungen beim Kindergeld sowie bei  der staatlich subventionierten Gesundheitsversorgung vornehmen. Sozialleistungen und Arbeitslosengeld sollen hingegen weiter in der bestehenden Höhe gezahlt werden.

Stabilisierung der Wirtschaft bis Ende 2013?
Mit diesen erneuten Kürzungen und Einsparungen hofft die irische Regierung ihre Finanzmärkte soweit zu stabilisieren, dass das Haushaltsdefizit von derzeit 8 Prozent auf 3 Prozent im Jahr 2015 absinken wird. Ob solch hochgesteckte Ziele wirklich erreicht werden können, wird derzeit von Wirtschaftsexperten noch angezweifelt. Sollte das neue Sparpaket jedoch greifen, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Irland bis Ende 2013 zumindest ohne weitere Hilfsgelder aus dem Europäischen Rettungsschirm auskommt und vollständig an den öffentlichen Kapitalmarkt zurückkehren kann.