Irland erhöht Steuern

17.10.08

Irland ist von der internationalen Finanzkrise besonders stark betroffen. Als erstes europäisches Land hatte Irland eine Staatsgarantie für Banken ausgesprochen, zudem steckt es seit Anfang Oktober in der Rezession – die erste seit 1983. Nun will die irische Regierung die Steuern erhöhen.

Der irische Finanzminister Brian Lenihan kündigte am vergangenen Dienstag an, dass er die Einkommenssteuer um einen Prozentpunkt anheben will. Auch die Mehrwertsteuer wird um einen halben Punkt erhöht. Höhere Abgaben fallen in Zukunft auch für Benzin, Wein und Zigaretten an. Kapitalerträge werden mit 2% mehr als zuvor besteuert. Das Kindergeld soll gekürzt werden.

Die ausgefallenste Idee ist jedoch die „departure tax” – die Abflugsteuer: Ab März nächsten Jahres sollen für Flugtickets von Irland ins Ausland jeweils 10 Euro Extragebühr anfallen. Allein diese Maßnahme soll dem irischen Haushalt 95 Millionen Euro einbringen, so Lenihan.

CORI Justice, eine religiöse Organisation, die sich für soziale Belange einsetzt, kritisiert die Neuerungen jedoch scharf. Sie träfen besonders einkommensschwache Haushalte hart. Wer ein so niedriges Einkommen habe, dass er bisher gar keine Steuern abgeben musste, müsse nun von jedem verdienten Euro ein Prozent abgeben, so Sean Healy, der Direktor von CORI. „In der Praxis bedeutet dass, dass eine Person oder ein Paar mit einem Jahreseinkommen von 15.000 Euro 150 Euro weniger hat”. Damit habe der Finanzplan das angekündigte Ziel, die kleinen Leute zu berücksichtigen, verfehlt.


Eine Reaktion zu “Irland erhöht Steuern”

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