Irland in der Rezession

01.10.08

Die Immobilienkrise hat Irlands wirtschaftlichen Aufschwung beendet, innerhalb weniger Monate hat der sogenannte „keltische Tiger” immer weiter nachgelassen. Letzte Woche hat nun das Zentrale Statistikamt in Dublin offiziell bestätigt: Irland ist als erster EU-Staat in die Rezession gerutscht. Während die irische Wirtschaft 2007 noch um 6 Prozent gewachsen war, wird für 2008 mit einem negativen Ergebnis gerechnet.

Gründe für den Abschwung

Der wirtschaftliche Abschwung ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Zum einen hatte es in Irland einen erheblichen Rückgang auf dem Immobilienmarkt gegeben. Dies führte zu niedrigeren Verbraucherausgaben und weniger Investitionen.

Zum anderen hat Irland seinen wirtschaftlichen Aufschwung zu großen Teilen US-Investoren zu verdanken. Noch Anfang September wurde das Land wegen seiner niedrigen Unternehmenssteuern von dem US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin Forbes auf der Liste der Länder „best for business” direkt hinter Dänemark genannt. Der Abschwung in den USA trifft Irland folglich direkt.

Zudem ist das Land von der internationalen Bankenkrise betroffen, da die irischen Banken nur wenig reguliert werden. Gestern entschloss sich die irische Regierung jedoch dazu, für alle Einlagen bei den sechs größten Banken Irlands bis ins Jahr 2010 eine Garantie zu geben. So sollen Unsicherheiten der Kunden bei Seite geräumt  und  das irische Bankensystem geschützt werden.

Prognosen

Nachdem das BIP im ersten Quartal bereits um 0,3 Prozent geschrumpft war und auch im zweiten Quartal noch einmal um 0,5 Prozent sank, glauben Experten nun nicht mehr an eine schnelle Erholung. Das dritte Quartal werde noch schlechter ausfallen, so Pat McArdle, Chefökonom der Ulster Bank. Auch sein Kollege, Dan McLaughlin, von der Bank of Ireland gab bereits im Juli eine pessimistische Diagnose ab: Alles was für die irische Wirtschaft hätte schief gehen können, sei schief gegangen.

Arbeitsmarkt

Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt gibt nicht viel Anlass zur Hoffnung. Irland war durch Mangel an Arbeitskräften zum Einwanderungsland geworden, doch nun steigt die Zahl der Arbeitslosen. Während die Arbeitslosenquote in den letzten fünf Jahren stets bei 4,5 Prozent lag, stieg sie im August auf 6,1 Prozent an.

Irland steht nun vor der schwierigen Aufgabe, den Übermut durch die boomende Wirtschaft der letzten Jahre in eine nachhaltigere Richtung zu lenken.


Eine Reaktion zu “Irland in der Rezession”

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