Irland schließt Botschaft im Vatikan

11.11.2011
Nachdem Prognosen eine leichte Erholung der irischen Wirtschaft im Jahr 2012 vorausgesagt haben, setzt die Regierung ihren drastischen Sparkurs konsequent fort. Zu diesem gehört nun auch die Schließung irischer Botschaften im Vatikan, im Iran und in Osttimor. Durch die Einschnitte hofft das Land die Forderungen seitens der EU, der EZB und des IWF erfüllen zu können, die an das Milliardenschwere Rettungspaket geknüpft sind, das Irland 2010  vor dem Staatsbankrott bewahrt hat.

Kritik seitens der irischen Kirche
Besonders die Schließung der irischen Botschaft im Vatikan stößt nun allerdings auf starke Kritik seitens der Kirche. Vorsitzender der irischen Bischofskonferenz Sean Brady verwies auf die jahrelange, gute Beziehung Irlands mit dem Heiligen Stuhl, der nun erstmals seit 1929 ohne irischen Vertreter auskommen wird. Der Vatikan hingegen misst Irlands Entscheidung nicht allzu große Bedeutung bei. Entscheidend seien vor allem die diplomatischen Beziehungen, die im Falle Irlands in keinster Weise gefährdet seien.

Einsparungen in Millionen Höhe
Die Schließung der Vertretung in Teheran begründete die irische Regierung mit unzufriedenstellenden Handelsbeziehungen. Die Aufgaben der Botschaft in Osstimor werden zukünftig von der Vertretung in Singapur übernommen. Insgesamt erhofft sich Irland von den Schließungen Einsparungen von über 2 Millionen Euro jährlich.