Irlands Defizit 2008 verdreifacht

07.11.08
Irlands rasante wirtschaftliche Entwicklung in den letzten zehn Jahren wurde durch die Finanzkrise jäh beendet. Seit Beginn des Jahres haben sich die Staatsschulden verdreifacht. Die Haushaltbilanz betrug nun Ende Oktober minus elf Milliarden Euro. Letztes Jahr zum gleichen Zeitpunkt betrug das Defizit lediglich 3,9 Milliarden.
Keine Besserung in Aussicht
Eine Wende ist dabei vorerst nicht zu erwarten. Die EU-Kommission sieht für dieses Jahr ein Defizit von 5,5 Prozent voraus und für nächstes Jahr bereits eine Neuverschuldung von 6,8 Prozent. Da sich jedoch Irland jedoch wie alle EU-Länder mit dem Stabilitätspakt verpflichtet hat, unter der 3 Prozent-Grenze zu bleiben, erwartet das Land nun ein Defizitverfahren. Joaquín Almunia, Wirtschaftskommissar der EU, kündigte am Dienstag an, dass er in den nächsten Wochen ein solches Verfahren empfehlen werde.
Irlands Abschwung
Noch zählt Irland zwar zu einem der reichsten Länder der EU, da es sich in den letzten zehn Jahren durch finanzielle Hilfen aus Brüssel und einer geschickten Wirtschaftspolitik vom Armenhaus zum keltischen Tiger entwickelt konnte. Doch nun ist das Land von der Finanzkrise und dem Konjunkturabschwung stark getroffen. Die Steuereinnahmen brachen rasant ein, weshalb die Regierung sich für eine Steuererhöhung entschieden hat, die jedoch bei den Iren auf starke Proteste stößt.
(Bildquelle: soylentgreen23)

