Irlands Wirtschaft erholt sich langsam

22. Juli 2011

Trotz der Herabstufung von Irlands Bonitätsnote auf Ramschniveau durch die Rating-Agentur Moody’s scheint es mit der irischen Wirtschaft aufwärts zu gehen. So lautete jedenfalls das Urteil von EU, EZB und IWF. Indikator dafür sei beispielsweise die Staatsverschuldung, die vermutlich im kommenden Jahr um 20 Prozent geringer ausfallen wird als noch  im Vorjahr. Alle Bedingungen die an das 85 Milliarden schwere Rettungspaket geknüpft waren, sind bislang erfüllt worden, so dass Irland die nächste 4 Milliarden hohe Rate aus dem Euro-Rettungsschirm EFSF erhalten kann.

Kritik an Rating-Agenturen
Stark kritisiert wurde hingegen die Herabstufung durch die Ratingagentur Moody’s. Die Abwertung führe zu neuen Unsicherheiten an den Kapitalmärkten die Irlands Kreditwürdigkeit wieder in den Keller führen könnten. Die Europäische Kommission und das Finanzministerium in Irland sprachen sich eindeutig gegen die Entscheidung aus, die einer sich gerade erholenden Wirtschaft einen neuen, kontraproduktiven Tiefschlag versetzt.

Schon seit geraumer Zeit wird auf politischer Ebene darüber diskutiert, ob es sinnvoll sei, die Kreditwürdigkeit einzelner Staaten von der individuellen Bewertung von wenigen Us-amerikanischen gewinnorientierten Privatunternehmen abhängig zu machen, oder ob es sinnvoll sei unabhängige europäische Rating-Agenturen zu gründen.

Ziel ist Senkung der Arbeitslosenquote
Irlands Wirtschaftswachstum dürfte, trotz Moody’s Abwertung, im Jahr 2011 eine positivere Bilanz aufweisen als in den Vorjahren. Positiv ist zu bewerten, dass die verbleibenden großen Rating-Agenturen Standard&Poors sowie Fitch Irlands Bonität weiterhin drei Stufen über Ramschniveau einstufen. Weiteres Ziel ist die Senkung der extrem hohen Arbeitslosenquote von fast 15 Prozent.