Irlands zukünftiger Regierungschef: Brian Cowen

11.04.08

Nachdem Bertie Ahern seinen Rücktritt angekündigt hatte, steht nun sein Nachfolger fest: Brian Cowen, treuer Gefolgsmann und seit letztem Sommer Stellvertreter Aherns.

Angesehen und beliebt

Nicht nur innerhalb der eigenen Partei traut man ihm das Amt zu, auch beim irischen Volk genießt der erfahrene Politiker große Beliebtheit: Er verbringt seine Zeit am liebsten im Pub bei einem Guinness. Die Iren nennen ihn auch gerne „Spliffo Biffo” – wegen seines Geständnisses in der Studienzeit mal an einem Joint (engl.: „Spliff”) gezogen zu haben.

EU-Referendum

Cowens erste große Aufgabe ist die Steuerung des Referendums zum EU-Vertrag am 12. Juni. Irland ist das einzige Land, das in einer Volksabstimmung über die Lissabonner EU-Reform abstimmt. Seitdem die Iren 2001 den Nizza-Vertrag ablehnten, ist die Angst vor einem erneuten Nein groß, denn es wäre die endgültige Absage an den EU-Vertrag.

Unter anderem aus diesem Grund hatte sich auch Ahern zurückgezogen. Nach der Diskussion um Aherns Affären, wollte man kein Nein als Ausdruck der Ablehnung der Regierung provozieren.

Wirtschaft

Cowen steht aber auch vor der schwierigen Aufgabe, den Iren zu erklären, dass nun magere Zeiten anbrechen. Als Finanzminister des “keltischen Tigers” hatte er ihnen fünf Jahre lang großzügige Geschenke machen können. Doch hier wird Brian Cowen seine Beliebtheit sicher zugute kommen.