Kindesmissbrauch in irischen Heimen
22.05.09
Tausende Kinder wurden in irischen Heimen jahrzehntelang systematisch missbraucht. Die Regierung hat nun einen Untersuchungsbericht vorgelegt.
Vor gut zehn Jahren war der systematische Missbrauch in den „Häusern des Horrors” erstmals durch eine Fernseh-Dokumentation publik geworden. Der damalige Regierungschef Bertie Ahern hatte daraufhin die Opfer stellvertretend um Vergebung gebeten und eine umfassende staatliche Untersuchung angekündigt. Der nun vorliegende Bericht liefert erschütternde Einblick in die Qualen, die zahlreiche irische Kindern besonders zwischen den 1940er und den 1980er Jahren in den meist katholischen Schulen und Heimen ertragen mussten.
Anklage gegen katholischen Kirche
2500 Opfer haben vor der Kommission ausgesagt, insgesamt umfasst die Untersuchung 35000 Kinder. Die meisten von ihnen waren als Waisen oder Sozialfälle per Gerichtsbeschluss in ein Heim eingewiesen worden. Die Anklage der Opfer richtet sich nun gegen die katholische Kirche, die den seelischen, körperlichen und auch sexuellen Missbrauch vertuscht und die Täter gedeckt hat. Aber auch der Staat hat nach Meinung der Opfer seine Aufsichtspflicht verletzt und gegenüber den katholischen Orden einen unterwürfige Haltung eingenommen.
Opfer kritisieren Bericht
Die Arbeit der Untersuchungskommission kritisieren die Opfer ebenfalls scharf. So würden etwa die Gerichte, die die Kinder in die Heime eingewiesen hätten, nicht zur Verantwortung gezogen. Zudem fänden sich in dem Bericht nur Namen von Tätern, die ohnehin bereits verurteilt worden seien. Das Nennen von Namen hatten die betroffenen katholischen Orden gerichtlich verhindert. Der Missbrauch wird somit keine weiteren juristischen Konsequenzen haben. Eine vollständige Aufklärung über den Kindesmissbrauch in irischen Heimen ist der Bericht daher nicht.

