Schriftsteller Frank McCourt gestorben

20.07.09

Frank McCourtFrank McCourt unterlag im Alter von 78 Jahren einem Krebsleiden. McCourt war mit seinem Roman „Die Asche meiner Mutter”, in dem er seine Kindheit in Limerick beschreibt, weltberühmt geworden. Nach Angabe seines Bruders starb der Schriftsteller am Sonntag in einem Hospiz in New York City. Zuletzt war er schwerkrank gewesen und litt  an Meningitis und Hautkrebs.

Sein erstes Buch schrieb der Englischlehrer erst im Ruhestand, es erschien 1996. Kritiker und Leser waren gleichermaßen von den Schilderungen seiner Kindheit im bitterarmen Irland der 1930er und 1940er Jahre begeistert. „Angela’s Ashes”, wie der Roman im Original heißt, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, erhielt unter anderem den renommierten Publitzer-Preis und erschien in einer Millionen-Auflage.

Die Asche meiner Mutter – Eine Kindheit in Irland

Am 19. August 1930 in Brooklyn geboren, kehrt McCourts Familie vier Jahre später nach Limerick zurück. Doch auch in der irischen Heimat leben sie in Not und Armut. Drei von McCourts sechs Geschwistern sterben; die wenige staatliche Unterstützung, die der Familie zusteht, vertrinkt der Vater; Mahlzeiten bestehen, wenn überhaupt, aus Tee und Brot. Als Frank McCourt zehn Jahre alt ist, geht der Vater zum Arbeiten nach England, schickt aber kein Geld. Gemeinsam mit seiner Mutter Angela muss er für die jüngeren Geschwister sorgen, die Schule verlässt er mit 14 Jahren.

Rückkehr nach New York

Im Alter von 19 Jahren kehrt er schließlich nach New York zurück, wo er sich als begeisterter Leser ein umfangreiches literarisches Wissen anliest. Im Korea-Krieg dient er bis 1954 der amerikanischen Armee, was ihm später ein Studium der Englischen Literaturwissenschaften in New York ermöglicht. Im Anschluss an sein Studium arbeitet er als Englischlehrer. Von seiner Rückkehr in die USA handelt sein zweiter Roman „Ein rundherum tolles Land”, von seinem Berufsleben erzählt er in „Tag und Nacht und auch im Sommer”. An den Erfolg seines Erstlings konnte er mit ihnen jedoch nicht anknüpfen. Nach Meinung der Kritiker fehlt ihnen die „irische Komponente”.

In Irland selbst waren die Reaktionen auf seine Bücher gemischt, manche beschuldigten ihn, Limerick und die katholische Kirche in den Schmutz zu ziehen. Doch letztendlich hat seine irische Heimat Frank McCourt viel zu verdank: Durch ihn erhielten Millionen von Lesern Einblick in die irische Geschichte.

(Bildquelle: David Shankbone)