Übernahmeversuch von Aer Lingus durch Ryanair schlägt erneut fehl

23.01.09

Die irische Regierung verhinderte gestern erneut eine Übernahme von Aer Lingus durch den ebenfalls irischen Konkurrenten Ryanair. Irlands Regierung gehört noch immer ein Viertel der ehemals ganz staatlichen Fluggesellschaft.

Verkehrsminister Noel Dempsey erklärte die Absage damit, dass das Angebot unter dem  Wert des Unternehmens gelegen habe. Zudem sei eine Fusion schlecht für den Wettbewerb.

Erster Versuch durch EU-Kommission verhindert

Bereits 2006 hatte der Billigflieger Ryanair versucht, den Konkurrenten für 1,5 Mrd. Euro aufzukaufen. Hier verhinderte die EU-Kommission den Kauf aus Wettbewerbsgründen. Schon damals hatte sich aber auch die irische Regierung gegen die Übernahme ausgesprochen.

Im Dezember letzten Jahres unternahm Europas größter Billigflieger einen neuen Versuch, diesmal bot er jedoch nur noch 750 Mio. Euro für das verlustmachende Unternehmen.

Ryanair akzeptierte die Entscheidung der Regierung zwar direkt, erklärte jedoch auch, dass sie falsch sei. So sagte Ryanairs Vorsitzender Michael O’Leary, dass auf diese Weise tausend neue Stellen hätten geschafft werden können. Aer Lingus ist wie viele irische Unternehmen stark von der Finanzkrise getroffen, aber auch bereits im ersten Halbjahr 2008 hatte das Unternehmen wegen der hohen Ölpreise Verluste in der Höhe von über 22 Mio. Euro gemacht.